EBICS (Electronic Banking Internet Communication Standard) ist der bankenseitige Standard für den B2B-Datenaustausch über das Internet. Er wurde 2003 in Deutschland von der Deutschen Kreditwirtschaft als Nachfolger von BCS-FTAM entwickelt, 2010 von Frankreich übernommen und ab 2014 — mit der SEPA-Migration — auch in Österreich und der Schweiz flächendeckend ausgerollt.
In Österreich wird der Standard von der STUZZA umgesetzt und in einem nationalen Implementierungsleitfaden konkretisiert.
Wofür wird EBICS genutzt?
| Auftragsart | Inhalt |
|---|---|
| CCT / pain.001 | SEPA-Überweisungen einreichen |
| CDD / pain.008 | SEPA-Lastschriften einreichen |
| STA / camt.053 | Tagesauszug abrufen |
| VMK / camt.052 | Untertägiger Bericht |
| Z53 / Z54 | AT-/CH-spezifische CAMT-Auftragsarten der STUZZA |
| HAC / HKD / HTD | Verwaltungs- und Konfigurationsaufträge |
Sicherheitsmodell
EBICS verwendet drei eigene Schlüsselpaare pro Benutzer:
- A-Schlüssel für die elektronische Unterschrift (ES) auf Aufträgen
- E-Schlüssel für die Verschlüsselung der Auftragsdaten
- X-Schlüssel für die Authentifizierung der Verbindung
Die Bank prüft pro Auftrag die ES gegen die hinterlegten Berechtigungen — typische Konfiguration ist VEU (verteilte elektronische Unterschrift), also vier Augen für hohe Beträge.
EBICS T und EBICS TS
| Variante | ES |
|---|---|
| EBICS T | Transport — die Datei wird übertragen, die Freigabe erfolgt separat im Online-Banking |
| EBICS TS | Transport + Signatur — die Freigabe erfolgt direkt im Client mit Schlüsseln auf Smartcard / HSM |
In Österreich ist EBICS T die häufigste Konfiguration; TS wird vor allem für vollautomatisierte Treasury-Lösungen genutzt.
EBICS-Initialisierung
Der Erstkontakt zwischen Unternehmen und Bank läuft über drei Schritte:
- INI und HIA — Übertragung der öffentlichen Schlüssel an die Bank.
- Bank-Brief: Der Kunde druckt einen INI-Brief mit Hashes der Schlüssel, unterschreibt ihn und sendet ihn an die Bank.
- HPB — Nach Freischaltung holt der Kunde den öffentlichen Bankschlüssel ab.
Erst nach diesem Prozess ist der Teilnehmer "freigeschaltet" und kann produktiv Aufträge austauschen.
Software
In Österreich verbreitet:
- BMD EBICS-Modul
- RZL Banking
- DTAUS / EBICS Banking-Module in ProSaldo, ProForm, FreeFinance
- Specht-Bankenmodul (in vielen Steuerberater-Tools)
- Standalone-Clients wie windata, ProfiCash, MultiCash
